Anatomin's Wege zur esoterischen Erleuchtung im Netz

Mein geistiger Übersetzer

Posted in Uncategorized by anatomin on 2. September 2009

Manchmal überkommt mich DIE KRAFT. Und dann sehe ich hinter die Worte, verstehe mehr als das, was nur geschrieben steht, werde eins mit meiner geistigen Wahrnehmung.

So geschehen beim Lesen dieser Homepage, die etwa so aufgemacht ist wie ein Apotherkerprospektchen.

Und was sagt mir meine geistige Wahrnehmung?

Der Satz „Yowea ® Geistiges Heilen ist ein praktisches Bildungsprogramm für Geistiges Heilen und Bewusstsein. Es ist geeignet für Menschen, die Freude daran haben, aus der Kraft des Lebens heilsam zu schöpfen.“ heißt, aus dem profanen Nichts des Irdischen übersetzt: „Gebt mir Eure Kohle!“

Und so lässt sich vieles weiter übersetzen.

„Yowea ® Geistiges Heilen basiert auf dem Wissensschatz alter Heilungsmysterien, die tief mit den Schwingungen der Schöpfung verwurzelt sind.“
Übersetzt: Das alles ist so mysteriös, dass nicht mal die Lehrer verstehen was sie tun.

„Das Besondere in der Yowea ® Heilerarbeit ist die innere Verbindung zum Körperbewusstsein.“
Übersetzt: Sie zahlen uns ein Schweinegeld für nix, und dafür dürfen Sie während der Ausbildung fasten, damit es uns billiger zu stehen kommt.

„Gerade über das Körperbewusstsein erschaffen wir eine ausgleichende Verbindung mit Himmel und Erde. Wenn Sie sich in dieser Ganzheit erleben, können Sie zu Schöpfern in der Welt der unbegrenzten Möglichkeiten erwachen.“
Übersetzt: Wenn Sie sich nach dem Kurs für Napoleon, Zwerg Nase oder den fliegenden Holländer halten, macht das nichts. Auch wir leben mit Zwangsjacken.

„Die Ausbildung eröffnet Ihnen ungeahnte Dimensionen des ganzheitlichen Heilwerdens.
Übersetzt: Ihr seid alle krank. Und erst, wenn ich euch geheilt habe, könnt ihr das Heilen lernen. Kostet aber extra!

„Sie lernen in der Wahrnehmung Ihrer inneren Aufrichtung zu leben und von innen heraus über die Kanäle Ihrer Chakren geistige Heilungen zu initiieren.“
Übersetzt: Irgendwann werdet ihr erkennen, dass ganzheitlich meint: Euer Geld ist mein Geld.

„Mit energetischen Methoden finden Sie Zugang zu Ihrer Seele, die sich durch Ihr Körperbewusstsein in dieser Welt verwurzeln kann.“
Übersetzt: Seele. Körper. Welt. Wurzel. Und irgendwann sind uns die schwurbulenten Schlagworte ausgegangen.

„Erst dadurch fügen sich Ihre weiblichen und männlichen Energien wieder harmonisch zusammen – eine wichtige Voraussetzung für Geistiges Heilen.“
Übersetzt: Verbinde Deinen inneren Ossi mit dem inneren Wessi. Die Hand mit der Brieftasche. Dein Geld mit meinem Konto. Egal, was Du verstehst: Wir wollen Deine Knete.

Um solchen gebündelten Nonsens – und auf der Yowea-Seite findet sich praktisch nur solcher – unter die Leute zu bringen, braucht es schon einiges an Erfahrung. Und solche hat Christiane Maria Völkner, 1946 in Heidelberg geboren, offensichtlich ohne Ende. Wie alle anderen esoterischen Beutelschneider listet sie eine außerordentliche, schier endlose Liste ihres beruflichen Werdeganges an:
* Kaufmännische Ausbildung
* Rechtsanwaltsgehilfin
* Mannequin-Ausbildung
* Chefsekretärin
* Unternehmerin und Modesignerin
* Ausbildung im „Institut für Integrative Atemtherapie“
* Improvisations-Theater
* Voice Dialogue-Training
* Polarity Massage (Randolf Stone)
* Reiki (Meister/Lehrerin)
* Mental-Training (Silva Mind)
* Geistiges Heilen (Energy Mastery School)
* Ausbildung in Lichtarbeit
* Pränatale Fußtherapie
* Clearing von Fremdenergien (Rhea Powers)
* Reinkarnations-Therapie (Rhea Powers)
* Chakra-Heilung nach (Martin Brofman)
* Mahatma-Einweihung durch Brian Grattan
* Fortbildung in Körpersprache und Kommunikation
* Mediale Beratung im Fernsehen (Spanien)
* Zellverjüngung (Sue Gurmee)
* Touch of Oneness Practioner
* Magnified Healing ® Eingeweihte

Gehen wir mal davon aus, dass die gute Frau Völkner ihre Ausbildung, ihre Berufe und diversen Tätigkeiten mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreibt und in jedes Element des Arbeitens und Lernens lediglich schlappe drei Jahre investiert hat. Dann hätte sie sagenhafte 69 Jahre ihres bislang 63jährigen irdischen Daseins investiert. Kurzum: Sie ist ein Wunder. Ein Über-Mensch. Jemand, dem ich gerne glaube, wenn sie schreibt: „Als Channel Medium diene ich nicht der Egopersönlichkeit sondern nur dem Hohen Selbst meiner Klienten.“

Klar. Natürlich. Und für mein ‚Hohes Selbst‘, was immer dies sein mag, gebe ich gern mal ein paar hundert Euronen aus. Zaubere meine Falten mit dem Völknerschen Verjüngungsstrahl weg, übe mich in Seelenverschmelzung, freue mich an der Erd-Kundalini-Einweihung und erzähle dann dem Psychiatriepfleger, dass ich von der guten Frau für 250 Euro ein „eigens für Sie gechanneltes Symbol für die Einweihung“ erhalten habe. Dabei handelt es sich aber immerhin um „gebündelte Lichtinformationen für alle Lebensaspekte.“ Schade nur, dass dieses Licht nicht mehr leuchtet. Sonst hätte ich einiges an Stromkosten sparen könne.

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