Anatomin's Wege zur esoterischen Erleuchtung im Netz

Wer Drogen nimmt braucht keine Engel?

Posted in Uncategorized by anatomin on 21. September 2009

Und noch ein Nachtrag zu meinen letzten beiden Artikeln (hier und hier) über Garri Rober:

So scheint Garri Rober ein ängstlicher Mensch zu sein – wenn man denn seinem Guru Samuel Widmer glauben darf. So zitiert das Schweizer Boulevard-Medium „Blick“ den „umstrittenen Solothurner Psychiater Samuel Widmer (60), der freie Liebe propagiert und praktiziert„, zum Thema Garri Rober: „«Ja, er war bei uns im Seminar», sagt Widmer über Garik R. «Er hat bei uns vor etwa acht Jahren eine Ausbildung für Dekonditionierung, Mindfeeling und Energiearbeit gemacht.» Und weiter: „Widmer blieb mit R. in Kontakt. «Ich mochte ihn, er ist ein zurückhaltender, ängstlicher Typ. Er war dabei, ein Meditationsseminar für uns zu organisieren.»

Das tönt so, als ob da nichts weiter lief.

Doch Widmer steht auch hinter der Homepage des „WorldWide Magic Movement“. Ein gewisser „Kirag“ schrieb dort am 14. November 2008 einen ellenlangen Beitrag unter dem Titel „Was ist psycholytische Psychotherapie?“ Am Ende salbadert „Kirag“:

„In unserer Praxis stehen eine Menge Literatur und auch Videos zum Ausleihen zur Verfügung. Diese können, wie wir finden, zum objektiveren und differenzierteren Betrachten der psycholytischen PT beitragen. Besonders gern empfehlen wir das Buch von Samuel Widmer, bei dem wir in dieser Therapieform ausgebildet wurden, „Ins Herz der Dinge lauschen“, das ebenfalls von uns ausgeliehen werden kann. Nun wünsche ich Dir noch eine fruchtbare Zeit mit Nachsinnen und Nachfühlen.“

Das tönt, angesichts der Todesfälle in Berlin, nur noch zynisch. Denn „Kirag“ ist niemand anders als Garri Rober.

Es war also mehr als nur eine Ausbildung, die ein paar Jahre zurückliegt. Und mehr als nur das Organisieren eines Anlasses in der Zukunft. Denn Garri Rober hat sich, nachdem sein Artikel auf Widmers Seite gepostet wurde, dort auch im Diskussionsforum angemeldet. Zwar ohne je einen nennenswerten Beitrag geschrieben zu haben. Aber das war offensichtlich auch nicht mehr nötig.

Bevor sein Elaborat von Widmers Seite verschwindet, möchte ich es hier integral zur Dokumentation wiedergeben. Denn solcher Schwachsinn hat schliesslich dazu geführt, dass Menschen ihr Leben lassen mussten:

Liebe Freunde, Patienten, Interessenten,

im Folgenden möchte ich Dir das Essentielle über die Psychotherapie (PT) und insbesondere über die psycholytische Psychotherapie, so wie ich diese sehe, verstehe und erfahren habe, beschreiben.

PT ist für mich ein Teil des Selbsterkenntnisprozesses. Je bewusster ich mir über die Ursachen und Folgen meiner Gedanken, Gefühle und Handlungen bin, um so mehr Möglichkeiten habe ich, mein Verhalten, also mein ganzes Leben so zu gestalten, dass ich ein zufriedenes, erfülltes, sinn- und liebevolles Leben führen kann. Ein Leben, in dem ich meinen Platz als Mann oder Frau, als Mutter oder Vater, als Kind, als Mensch, als ein Teil der Natur, ein Teil des Ganzen erkenne und diesem (immer wieder) zustimme.
Therapie und Selbsterkenntnis dienen dazu, zu erkennen, wie ich mich – man kann auch sagen, wie mein ICH sich – durch bestimmte Denk- und Verhaltensmuster dem eigentlichen Glück und der Liebe in den Weg stelle(t). Diese kindlichen, uns krank machenden Denk- und Verhaltensweisen sind Folgen der Konditionierungen. Zum einen sind wir durch das Verhalten und die Denk- und Sichtweisen unserer Eltern bzw. wichtiger Bezugspersonen (Lehrer, Stiefeltern, Pfarrer usw.), bereits in der Kindheit wesentlich geprägt worden. Zum anderen tragen wir in uns die Konditionierungen/Prägungen/Muster, die sich in der Menschheit bereits seit Jahrhunderten und Jahrtausenden manifestiert haben. Dazu gehört z.B. das unangemessen aggressive Verhalten der Kinder, obwohl diese in friedlicher Umgebung aufwachsen, dazu gehört die Eifersucht, deren Kern das Besitzdenken bildet, dazu gehören auch so genannte übernommene Gefühle. Das sind Gefühle, die wir in uns tragen und die unser Leben ganz wesentlich bestimmen, obwohl sie eigentlich nicht unsere eigenen sind, sondern zu unseren Vorfahren gehören. Gefühle, die damals – noch lange vor unserer Geburt – durch Schicksalsschläge ausgelöst, aber nicht gesehen, gehalten und angemessen ausgedrückt wurden. All die Gefühle und Verhaltensweisen, wo wir den Eindruck haben „das bin ich eigentlich nicht“, können tatsächlich übernommen sein. Ganz konkrete Auseinandersetzung mit der Art und Weise wie wir leben, und wie wir mit Konflikten umgehen, ist PT. Ein tiefes Sehen und Verstehen, wie ich funktioniere, wie mein ICH funktioniert und was es ist, ist PT. Aber vor allem ist PT Arbeit an sich selbst und der Veränderung (Dekonditionierung) der eigenen Denk-, Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen. Kern der PT ist die Befreiung durch Übernahme der Verantwortung für alles, was sich in meinem Leben ereignet.
Es gibt genug Informationen über verschiedene Therapieformen, mit denen die meisten Psychotherapeuten arbeiten (im Internet oder in den Büchern). Doch es gibt sehr wenig objektive, auf Erfahrungen beruhende und wissenschaftlich begründete Informationen über die psycholytische PT.
Der Begriff psycholytisch steht für: psychische Blockaden auflösend. Mit der Psyche ist genau das ICH gemeint, das, wie oben beschrieben, aus Konditionierungen, Mustern, Prägungen besteht, die wir unbewusst, mehr oder weniger freiwillig, übernommen haben, und mit denen wir uns das Leben und anderen schwer machen. Die eigentliche auflösende und heilende Kraft in diesem Prozess, ist die Selbsterkenntnis: das unverfälschte Sehen von dem wie ICH bin (wie ICH ist) und wie die Welt wirklich ist. Um den Selbsterkenntnisprozess zu vertiefen, bedient sich die psycholytische PT der Hilfe verschiedener chemischer, pflanzlicher und tierischer Substanzen, die ihre Hauptwirkung im ZNS, also im Gehirn, entfalten. Man spricht auch von Drogen, Medikamenten, Sakramenten oder von bewusstseinerweiternden Mitteln. An dem Wort „Droge“ kann man übrigens sehr schön sehen, wie unsere Konditionierung funktioniert. Sobald man dieses Wort ausspricht, führt es bei fast allen Menschen zu folgenden automatischen (weil von außen konditionierten) Reaktionen:

* im Denken assoziiert man gleich: gefährlich, Sucht erzeugend, zerstörend, Kontrolle verlierend, asozial u.ä.;
* im Fühlen entstehen Unsicherheit oder Angst, Enge und damit einhergehend eine psychische Abwehrhaltung;
* körperlich wirkt sich das als Anspannung, Anhalten des Atems und unsicherem bis misstrauischem Blick aus.

So ist die Reaktion, die man als Therapeut in der Regel beobachten kann, wenn man das Thema anspricht. Zurück zu führen ist diese Reaktion auf zu wenig objektive und zu wenig differenzierte Information. Es ist übrigens ähnlich mit dem Begriff „PT“. Viele Menschen sind so konditioniert, dass dieser Begriff Gedanken und Gefühle wie: “es ist etwas für Verrückte, ich brauche das bestimmt nicht, Psychotherapeuten haben selber nicht alle Tassen im Schrank, das Reden hilft doch sowieso nicht usw.“ auslöst. Auch darüber haben die Menschen zu wenig objektive Informationen.
Aber zurück zur psycholytischen PT. Man kann sagen, dass sich die Menschheit dieser Methode auf allen Kontinenten bereits seit Jahrtausenden bedient. Schamanen, Heiler, Medizinmänner und -frauen setzen zur Heilung psychoaktiv wirkende Substanzen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ein. In den letzten 20 bis 40 Jahren wurde nach und nach der Besitz und Gebrauch von bestimmten Pilzen, Pflanzen und chemischen Verbindungen wie LSD oder MDMA (Extasy) verboten. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass das Verbot nicht aus medizinisch-gesundheitlichen, sondern aus politischen Gründen ausgesprochen wurde.

Wie auch immer, es wurden uns Ärzten und Psychotherapeuten einige sehr wirksame und heilbringende Medikamente durch diese Verbote aus der Hand genommen.
Allerdings wurde die psycholytische PT, die ihren Ursprung als wissenschaftlich anerkannte Therapieform in den 50er Jahren hat, an sich nicht verboten.
Es gibt nach wie vor auch nicht verbotene Mittel bzw. Medikamente, die ähnlich wie MDMA, LSD oder psychoaktive Pilze bzw. Kakteen wirken. Diese Substanzen (wie z.B. Ketamin und Ephedrin) setze ich und einige Kollegen im In- und Ausland für psycholytische PT ein. Meine Erfahrungen als Psychotherapeut (seit über 20 Jahren) und als psycholytischer Psychotherapeut (seit über 10 Jahren) zeigen, dass die von den Krankenkassen anerkannten Therapieformen (aber auch die s.g. humanistische PT wie Gestalt- und Körperarbeit, die von den Krankenkassen nicht bezahlt werden) in diesem Prozess der (Selbst-) Veränderung und neuer Lebensgestaltung immer wieder nicht tief genug führen und deshalb nicht so effektiv und erfolgreich sind. Sie geben nicht genügend alltagstaugliche Werkzeuge, um ein selbstverantwortetes – eben weit gehend unkonditioniertes – Leben zu führen. Deshalb biete ich in meiner Praxis auch die psycholytische PT an. Indikationen, Kontraindikationen und Nebenwirkungen stimmen weitestgehend mit anderen PT Methoden (vor allem Körper orientierten) überein, also auch was die Suchtgefahr bzw. Abhängigkeit angeht.

Zusätzlich indiziert ist sie, wenn der klassische psychotherapeutische Prozess längere Zeit nicht weiter führt, oder wenn man den Prozess intensivieren und vertiefen möchte.

An dieser Stelle möchte ich noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die psycholytische PT in Deutschland keine Krankenkassenleistung ist, und selbst bezahlt werden muss.

Konkret sieht die Behandlung so aus, dass nach Anamnese- und Kennenlernphase (ca. 2-3 Monate) die erste Sitzung mit Einsatz von psycholytischen Hilfsmitteln in einer Gruppe, oder seltener als Einzelsitzung, stattfindet. Die bei dieser Sitzung aufkommenden Einsichten, Erkenntnisse, Schwierigkeiten und Fragen brauchen genügend Integrationszeit, um im Alltag wirksam zu werden. Die folgenden Sitzungen mit psycholytischen Hilfsmitteln können (falls nötig) dann nach der Integration (Aufarbeitung) der vorangehenden alle 3-4 Monate stattfinden. Es gibt da aber keine festen Regeln, sondern man muss dies je nach Therapieverlauf und persönlicher Entwicklung ganz individuell mit dem Patienten entscheiden.
Die Gesamttherapiedauer beträgt 2-5 Jahre, so wie jede andere tiefenpsychologisch orientierte Therapieform. Sie hängt in erster Linie von dem Ausmaß der psychischen Störung, der Bereitschaft der/des Patientin/Patienten, sich auf die für sie/ihn schwierigen Gefühle und Erinnerungen einzulassen, und natürlich auch von den Erfahrungen und den Fähigkeiten des/der Therapeuten/in.

Lieber Freund, Patient, Interessierter,
mir ist natürlich bewusst, dass mit diesem Informationsblatt nicht alle Fragen in Bezug auf PT und psycholytische PT beantwortet sind. Auf diese, aber auch auf Deine Unsicherheiten und Befürchtungen können wir im Einzelgespräch näher eingehen.

Noch ein letzter Hinweis:
In unserer Praxis stehen eine Menge Literatur und auch Videos zum Ausleihen zur Verfügung. Diese können, wie wir finden, zum objektiveren und differenzierteren Betrachten der psycholytischen PT beitragen. Besonders gern empfehlen wir das Buch von Samuel Widmer, bei dem wir in dieser Therapieform ausgebildet wurden, „Ins Herz der Dinge lauschen“, das ebenfalls von uns ausgeliehen werden kann.
Nun wünsche ich Dir noch eine fruchtbare Zeit mit Nachsinnen und Nachfühlen,

alles Liebe,
November 2008
Kirag

Wie bekloppt die Leute um Widmer sein müssen, lässt sich vielleicht auch mit einem Zitat aus dem Forum belegen. Da schreibt dann eine „Ket“ folgendes Textlein, und man wundert sich, weshalb sie noch nicht in der geschlossenen Anstalt darbt:

„Psycholyse ist ja zunächst einmal ganz schlicht die Einnahme bestimmter Drogen in einer bestimmten Weise und zu einem bestimmten Zweck. Ich verstehe sie als einen Schlüssel, der den Menschen – vom Universum, der Natur, Gott oder wem oder was auch immer – geschenkt ist, um Einsicht nehmen zu können in die Tiefen des Seins. Psycholyse ist ein Schlüssel zum Tor, das den Raum ins Universelle öffnet. Und wozu dient das, Einsicht ins Universelle zu schaffen? Wofür ist das überhaupt gut? Wohl, um so viel zu verstehen, dass man ein Leben mit Sinn führen kann, versteht, was es braucht für ein gutes, glückliches Leben miteinander, danach handeln kann und das dann auch tut. Wer so weit gekommen ist, bedarf dieser Engel nicht mehr und lädt sie nur noch ein zum Feiern von Festen, die die Liebe preisen. Die Liebe steckt da drin in diesen Substanzen.“

Naja, zweifellos ein gelungener Beitrag von KET zum Engel-Boom…

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