Anatomin's Wege zur esoterischen Erleuchtung im Netz

Die Viren gibt’s gar nicht!

Posted in Uncategorized by anatomin on 7. Juni 2009

Schweinegrippe?Wer fürchtet sich schon vor der Schweinegrippe? Schließlich leben wir in stabilen Verhältnissen, und die Viren sind an sich harmlos. Zumindest dann, wenn wir dem netten Onkel Doktor Erich Skala glauben wollen. Dieser rauschebärtige Herr studierte nicht nur Medizin, nein, sogar Psychologie! Er leitet die Abteilung Innere Medizin an der Paracelsus-Klinik im Schweizerischen Richterswil und ist – man staune! – sogar Mitglied der Krankenhaus-Leitung. Als Tüpfelchen auf dem i besitzt er sogar einen Fähigkeitsausweis in anthroposophischer Medizin.

Diesem „Fähigkeitsausweis“ dürfte geschuldet sein, was er sonst so von sich absondert und ihn in meinen Augen sogar zum Tragen der Auszeichnung „Bekloppter des Wochenendes“ befähigen würde.

Denn Grippeviren sind in seinen Augen überhaupt kein wesentliches Thema. Um das argumentativ zu untermauern, blickt er in der Zeitschrift „Natürlich leben“in die Vergangenheit und salbadert:

Bei der Spanischen Grippe war das dama­lige Abendland krank, der Erste Weltkrieg neigte sich dem Ende entgegen. Die Le­bensbedingungen schwächten die Men­schen so erheblich und es fehlte ihnen die Immunität. Das war nicht in erster Linie das Virus.

Aha. Das Abendland war krank, lies: Psychisch instabil. Und dann erst kann eine Grippe zuschlagen. Und nur im Abendland. Dass die Spanische Grippe auch in Indien rund 17 Millionen Menschen dahinraffte, in Afrika ebenso ausbrach wie in China – Kinkerlitzchen! Wahrscheinlich traf es nur jene, welche von der bösen westlichen Moral indoktriniert waren, denn das Virus war ja nur in zweiter Linie an der Erkrankung schuld, und notfalls wird unser lieber Herr Doktor die westlich ausgerichteten Menschen der Welt dem Abendland zuschlagen. Oder will er sagen: Wer an Buddha glaubte, wurde verschont?

Aber seine merkwürdigen Erkenntnisse sind noch nicht zu Ende:

Wir können bei den jährlichen Grippewellen feststellen, dass die Lebens­bedingungen einen grossen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. Zudem war damals das gesamte Werte­system zusammengebrochen. Die gewalti­gen gesellschaftlichen Umwälzungen be­lasteten die Menschen auch psychisch stark. Solche Faktoren können die Ge­sundheit schwächen und anfällig auf Krankheiten machen. Heute sind die Ver­hältnisse grundsätzlich viel stabiler.

Die Verhältnisse sind grundsätzlich viel stabiler? Das müsste ich mal den Menschen in der Schlange vor dem Arbeitsamt erklären.

Oder vielleicht sollte ich mich verlieben, wäre dadurch psychisch stabil und vor jeder Viruserkrankung gefeit?

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