Anatomin's Wege zur esoterischen Erleuchtung im Netz

Kremierte Leichen leben länger

Posted in Uncategorized by anatomin on 25. Mai 2009

Der Schweizer Ernst Bühler war ein umtriebiger Mann und war Zeit seines Lebens offensichtlich in verschiedene Betrügereien verwickelt. Unter anderem war er eng mit Personen aus der dubiosen und betrügerischen „Business Academy“ liiert. Das rapportiert uns eine Leserin aus – tadaaaaa! – der Schweiz. Sie hat sich ganz offensichtlich köstlich über den guten Manfred Schoch amüsiert, der – wahrscheinlich als Astralleib – Kurse in Zürich leitet.

Solche Merkwürdigkeiten scheinen in der Schweiz an der Tagesordnung zu sein. Denn Bühler starb am 14. April 2005 bei einem Autounfall in Nizza.

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Das an sich wäre nicht sonderlich bemerkenswert, wäre da nicht das „HSZ Haut und Schmerz Zentrum“ in Herisau. Ob Akne oder Neurodermitis, Warzen oder kleiner Busen: Für alles findet sich dort das richtige Behandlungsmittel: Schmerzen werden mit einer Elektro-Zell-Organ-Therapie gelindert, und die Quacksalber haben inzwischen sogar ein Mittel gegen Krebs gefunden: Papaya-Saft. Natürlich nicht so simpel, sonst lässt es sich ja nicht an verzweifelte Kranke vertickern. Nein, es muss „Papaya-35-Hochkonzentrat“ sein. „Auch bei fortgeschrittenen, metastasierten Tumorleiden ist eine Dauertherapie ratsam“, reden diese Gauner ihren Opfern ein und kassieren, was das Zeug hält.

Nur: Wer steckt denn eigentlich hinter diesem „Haut und Schmerzzentrum“? Im Aufsichtsrat sitzt lediglich Romana Ilg. Das war Bis vor kurzem noch anders: Von 1999 bis September 2008 war Ernst Bühler der einzige Aufsichtsrat.

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Wir erinnern uns: Bühler starb bereits im Frühling 2005. Während drei Jahren wurden also die Geschäfte dieser Betrüger von einer Leiche besorgt. Wahrscheinlich haben sie Bühler einfach Papayasaft in die Urne geträufelt, bis er wieder auferstand.

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Zeitsprünge eines Mystikers

Posted in Uncategorized by anatomin on 24. Mai 2009

Im Englischen Garten war es heute offensichtlich zu heiß, um vernünftige Gespräche zu führen. Und wahrscheinlich guckte ich in der Hitze zu belämmert in die Welt, als dass mich jemand für voll genommen hätte. Jedenfalls versuchten gleich zwei Jüngerinnen beziehungsweise Jünger irgendwelcher obskurer Organisationen der fünften Dimension – lies: Sekten -, mich für sich zu gewinnen. Selbstverständlich wäre ich mit denen mitgegangen, hätten sie mir in der Sommerhitze eine Mass spendiert. Taten sie aber nicht. Womit sie durchgefallen waren.

Zuhause lag in meiner Mailbox dafür ein nettes Mail. Und es kam – ihr habt richtig geraten – aus der Schweiz. Es scheint fast so, als herrsche dort ein Nachholbedarf in Sachen Bearbeitung esoterischer Machenschaften.

Und während ich dies schreibe, klingelt die Mailbox gleich noch einmal mit einem dezenten Hinweis auf eine „Therapie“ im südlichen Nachbarland. Dort habe ich übrigens acht Jahre meines Arbeitslebens zugebracht. Und das Grüezi kann ich sogar beinahe akzentfrei aussprechen. Nicht so wie das Grützi, das mir meine Landsleute in anbiedernder Unbehaglichkeit manchmal zugeschleudert haben.

Aber zurück zum ersten Hinweis, den ich erhielt. Es wird auf die Seite des „tune in, Institut für Time Therapie“ in Zürich verwiesen. Time therapie? Noch nie gehört. Könnte ja etwas mit Zeitmanagement zu tun haben. Könnte. Aber stattdessen teilt einem das Institut vollmundig die endgültige Wahrheit mit: „Jeder Mensch hat eine Qualitätsaura… und Schwächen. Jede Schwäche ist das Symptom einer nicht gelebten Qualität.“ Oha. Ich finde meinen Hintern ein wenig zu voluminös, was ich klar als Schwäche, wenngleich nur körperliche, anerkenne. Die Zeittherapie könnte mir demnach helfen, die nicht gelebte Qualität dieser von mir erkannten Schwäche zu definieren? Wieso müssen die mir das Leben so schwer machen, wenn es doch reichen würde, den Eiscreme-Konsum zu reduzieren?

Egal. Wer nur beglückt mich mit so gloriosem Wissen, das mein Leben wohl verändern soll? Es ist ein Manfred Schoch, der auf der Homepage auch gleich seine Biographie zum Besten gibt. Und die gemahnt ein wenig an Pascal Voggenhuber: So viel Erfolg in einem einzigen Leben ist schon beinahe nicht möglich. Geboren wurde er 1946, sah angeblich schon als Kind die Aura seiner Mitmenschen, nahm – Voggenhuber lässt grüssen – Verstorbene und andere Geistwesen wahr und wurde doch zunächst Bauer. Also so ein bodenständiger Kerl, der zuerst mal ne anständige Ausbildung nach seiner Schulzeit macht. Da muss er dann so 22 gewesen sein. Dann aber habe er Psychologie in der Schweiz und England studiert und gleichzeitig seine medialen Fähigkeiten verfeinert. Auch gut. War er also mal geschätzte 27. Dann wurde er Redakteur beim Schweizer Fernsehen. Aber nicht nur Redakteur, sondern „jüngster Redakteur“. Und zwar bei „Dopplet oder nüt“ (Doppelt oder nichts) und „Wünsch Dir was“. Letztere Sendung lief von 1969 bis 1972. Da war Schoch also 23 Jahre alt. Hat er also während seinem Studium in England gleichzeitig als Redakteur gearbeitet? Oder erschien er selber nur als Geistwesen an den Redaktionssitzungen?

Auch Egal, denn er wurde sogleich „Personalchef eines großen Kommunikationsunternehmens“ Und „nach mehreren Lehrjahren mit dem irischen Heiler Bob Moore begann Manuel Schoch 1971 selbstverantwortlich seine Arbeit als energetischer Therapeut“. Moment: 1971? Da war er doch Student. Und Redakteur. Und gleichzeitig Personalchef? Nun, der Fachbegriff dürfte hier „multiple Persönlichkeit“ sein.

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Aber weil er so ein wunderbarer Tausendsassa ist, war er daneben noch „Mitbegründer des analytischen Zentrums in Zürich und wirkte ab 1974 am gleichen Ort als Gründer und Leiter des HiHo-Kollektivs, einer staubaufwirbelnden antipsychiatrischen Institution. In der Folge führte die Entfaltung seiner Heilkunst zur Geburt des tune in, Center for Human Growth.“ Dass er an seinem Institut trotzdem einen Psychiater beschäftigt dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass er so die Krankenkassen für den Humbug bezahlen lässt, den er an seinem Institut „lehrt“.

Kurzum: Schoch betätigte sich auf der Welle der Psychokritik als Psycho-Abzocker im Eso-Markt. Kein Wunder also, wenn er sich dann auf seiner Homepage als „modernen Mystiker“ betitelt – so viel Mysteriöses kann nur von einem Mystiker kommen.

Und Schochs Mystik hat es tatsächlich in sich. Denn im Angebot dieses „tune in“ hat es diverse lustige Angebote. Etwa die „offene Gruppe“ in der „time therapie“. Geleitet wird sie selbstverständlich von Manuel Schoch. Oder die Grundausbildung in „time therapie“ – Leitung, wer hätte es geahnt: Manuel Schoch. Dann gibt es noch „Zusatzkurse“ in „time therapie“. Geleitet – na, Sie ahnen es schon: Von Manuel Schoch.

Dass Manuel Schoch ein wahrer Mystiker ist, belegt allein schon die Tatsache, dass er einerseits so viele Angebote leitet, andererseits aber am 10. Oktober 2008 um 11.35 Uhr in Zürich gestorben ist.

Nachtrag: Es sieht so aus, als ob sich das „tune in“ ohne seinen Guru in der Auflösung befindet. Aber das ist nicht so schlimm. Denn die „Therapeutinnen“ und „Therapeuten“ beschäftigen sich mittlerweile auch anderweitig. Sogar im „Akademischen Sportverband Zürich“ an der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Verpackt als Shiatsu bietet Zita Sieber dort ihre Dienste an – und verweist dann immer und ganz unauffällig auf das „tune in“. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens Studentinnen und Studenten kritisch genug sind, um Siebers Guru Schoch mal zu hinterfragen.

Nachtrag 2: Trägerin des „tune in“ ist die HiHo-Stiftung. Deren Adresse: „c/o Manuel Schoch“. Da fragt sich doch die ungübte Esoterik-Kritikerin, wie die Briefe an die Stiftung ausgeliefert werden.

Heilige Kartoffel!

Posted in Uncategorized by anatomin on 23. Mai 2009

Manchmal reicht es, sich einen Unsinn auszudenken und zu googlen, ob jemand dieselbe Idee auch schon hatte. „Sternwasser“ etwa wäre doch ein nettes Produkt, das man unter die Leute bringen kann. Oder „Aurasteine“.

„Aurasteine“?

Es gibt tatsächlich nichts, das zu abwegig wäre, um daraus Kapital zu schlagen! In einem Eso-Forum ist etwa zu lesen:

„Die Shambala Meditation ist überliefert aus der tibetischen Shambala Tradition und wird heute von einigen tausend Eingeweihten auf der Welt praktiziert. Sie dient der intensiven Karmareinigung und der Befreiung von Leid.

Man muss von einem Meister (Acharya) initiiert werden. Bei dieser Initiation materialisiert er deinen persönlichen Aurastein, der in seiner Energie genau mit deiner jetzigen Auraschwingung übereinstimmt. Du erhälst den Stein DIREKT aus Shambala und der Meister ist dabei nur dein „Vermittler“. Zu jedem Stein gehört ein spezielles Mantra, das du auch in der Meditation benutzt.

Vom Zeitpunkt der Initiation an wirst du von Shambala aus geistig und spirituell begleitet. Es kann auch vorkommen, dass einem die bisher materialisierten Aurasteine wieder weggenommen werden, wenn es einen besonderen Anlass gibt. In diesem Fall dematerialisieren sich die Steine einfach wieder. Dies passiert auch dann, wenn man die Aurasteine nicht mehr braucht, d.h. wenn man das Ziel erreicht hat und frei von Sanchita-Karma ist.

Man sollte die Meditation einmal täglich ca 15 Min lang machen. Ich selbst praktiziere diese Meditation schon seit ein paar Jahren und mein Leben hat sich seitdem sehr positiv verändert.“

Aha. Soso. Wer den Stein verliert, bei dem hat er sich einfach dematerialisiert. Nur: Wer sich sowas andrehen lasst, bei dem hat sich wahrscheinlich schon das Hirn dematerialisiert. Aber das ist eine andere Geschichte….

Manchmal fragt man sich, wo die Eso-Abzocker nur all ihre Ideen herholen. Bei den Aurasteinen könnte es einfach sein: Wahrscheinlich sind die aurasteinmaterialisierenden Meister schlichte Zocker, die sich die Nächte mit dem Spiel „Reign of Shadow“ herumgeschlagen haben und die Idee, dass sich dort Aurasteine materialisieren, für ein wunderbares neues Geschäftsmodell hielten. Noch ein wenig mit angeblich tibetanischem Klimbim garniert, und schon finden sich sinnlose Sinnsuchende, welche die Kasse klingeln lassen

Vielleicht holt sich irgend ein „Meister“ in dem Spiel ja noch weitere Inspirationen – dann können wir uns schon bald auf die magische Überraschungskartoffel im Eso-Shop freuen!

Tänzer im Irrsinn

Posted in Uncategorized by anatomin on 23. Mai 2009

Das Leben eines Automechanikers ist, wenn es um die Dimension der Zeit geht, außerordentlich kompliziert: Würde er so viele Stunden alt wie er im Laufe des Lebens seinen Kunden verrechnet, müsste er schon mit 25 in Rente geschickt werden.

Einigen Esoterikern geht es genau so. Ein leuchtendes Beispiel hierfür ist Pascal Voggenhuber.

Ja, ich weiss: Schon wieder ein Schweizer. Aber dieses muntere Bergvölklein scheint besonders anfällig auf esoterischen Unsinn jedwelcher Art zu sein, was sich auch bei den Internetauftritten der Eso-Hallodris niederschlägt.

Zurück zu Voggenhuber: Gerne umgibt er sich mit dem Nimbus des bescheidenen Kerlchens, und wer sein Gehirn genug in den Zustand absoluter Unterkühlung versetzt hat, glaubt ihm dies offensichtlich gerne. Dass er sich aber in jede Zeitung drängte, um anzukünden, dass er mit der Leiche des braunen Jörg Haider quasseln wolle, dass er vor jede Kamera springt, die ihn vor Publikum bringt und dass er seine gequirlte Scheiße in jedes Mikrofon absondert, das man ihm hinhält – das alles wird von seinen Getreuen ganz im Sinne geistloser Unmündigkeit gerne ignoriert.

Stattdessen wird ehrfürchtig sein Lebenslauf studiert, der gespickt ist mit einer nicht enden wollenden Liste von Ausbildungen, die dem 29jährigen einen wissenschaftlichen Anstrich geben soll.

Dabei ist er nur ein weiterer Scharlatan, der im Tümpel der Esoterik nach zahlungswilligen Dummen fischt.

Voggenhuber

Aber hier ein paar Zitate aus seinem Lebenslauf:

Von 1999-2003 besuchte er die Schauspielschule in Deutschland. Dort hatte er 4 Jahre Psychologie und Philosophie.

DIE Schauspielschule. Klar, es kann nur eine geben! Nämlich eben jene, in welche Voggi ging. Dass Psychologie und Philosophie Nebenfächer in jeder seriösen Schauspielschule sind – was soll’s. Würde er dies offen legen, würde sich ja jeder noch so mittelmäßige Schauspieler zum „Leichenflüsterer“ eignen.

2002 besuchte er ein Seminar von Pamela Sommer Dickson (CH) zum Thema „Geistheilen“.

Au ja – das tönt jetzt aber ausserordentlich eindrücklich. Ein ganzes Jahr einen Kurs zum Thema Geistheilen besuchen seihst ja wohl, dass er hier zur eigentlichen medialen Quasselstrippe mutierte. Wer aber die Homepage seiner „Lehrerin“ begutachtet sieht, dass er da wohl lediglich zwei Wochenenden investierte. Aber das lässt sich der Anhängerschaft schlecht verkaufen – also stellt er es so dar, dass man es für eine einjährige Ausbildung handeln könnte.

Aber dann kam es knüppeldick – nämlich mit dem Jahr 2003. Da besuchte Voggi „ein Channeling-Seminar bei Susan Tschopp“, zudem bildete er sich zum „ganzheitlichen Auraberater“ aus, und zwar nicht irgendwo, sondern an der „Internationalen Aura Schule (D)“. Aber weil er ein so helles Köpfchen ist und man sich ja nie genug weiterbilden kann, „besuchte Pascal Voggenhuber regelmässig einen medialen Zirkel. Beim Kaleidoskop in Bern. Bei Andy Schwab (CH), Sabine Wolters (CH) und Mirjam Brack (CH)„.

Nehmen wir dieses dicht gedrängte Programm mal auseinander: Das Channeling-Seminar scheint hier noch der anstrengendste Teil der Ausbildung gewesen zu sein: Einen ganzen Tag musste der bedauernswerte Voggi investieren! Die „Internationale Aura Schule“ in Deutschland? Nun, die gibt es nicht. Aber die Auramed existiert, eine umtriebige Eso-Firma, die tatsächlich mit dem Begriff einer Auraschule operiert und für sechs Ausbildungstage sage und schreibe 820 Euro abkassiert. Immerhin sind während des Kurses die Pausensnacks inbegriffen. Hoffentlich musste Voggi hier nicht lustlos auf Möhren rum mümmeln, während er sich der Aura widmete.

Dann der mediale Zirkel beim Berner Kaleidoskop: Da nahm er, glaubt man der Kaleidoskop-Werbung, zunächst mal nur an fünf Sitzungen als Trainingspartner teil. Aber das tönt in einer Biographie nicht so toll. Bis 2008 aber ließ er sich dann im Kaleidoskop zu Bern „zum Medium, Bereich Sensitivität und Medialität ausbilden. Das war dann aber anstrengend: Zwölf Wochenendseminare, hundert Übungsstunden und eine ganze Medialitätswoche in den ersten zweieinhalb Jahren. Dann kam offensichtlich das Übungsjahr mit drei Wochenenden, einer Intensivwoche und 40 Übungsstunden, bevor man dann während eineinhalb Jahren so richtig zur Sache kam. Sechs Wochenendkurse, 60 Übungsstundenund eine lohnendwerte Medialitätswoche. Damit wären wir bei fünf Jahren angelangt.

Was er dort lernte? Offensichtlich vor allem, wie man sich selbst vermarktet. Etwa mit dem Buch „Leben in Zwei Welten – Geh Deinen Weg“, das 2004 erschien. Aber damit nicht genug: 2004 erschien ein Text von Pascal Voggenhuber im Buch „Sinn Finden spirituelle Antworten auf letzte Fragen“. Wer sich dieses Buch zu Gemüte führt versteht auch, weshalb Voggi so gerne mit der Leiche von Jörg Haider sprechen wollte. Denn ein Co-Autor von ihm war in diesem Buch Hitler-Bewunderer und Ikone aller Pädophilen, Bert Hellinger.

Aber Voggi will uns noch weiter beeindrucken. 2006 soll er seine „Ausbildung zum Wirbelrichten nach Dorn beim Wirbelteam“ hinter sich gebracht haben. Zwar findet er sich dort nirgendwo in der Liste der Dorn-Behandler. Auch will uns Voggi nicht verraten, wie weit seine Ausbildung denn ging. Hat er etwa nur den Tageskurs besucht? Oder dein eintägigen Aufbaukurs? Gar den zweitägigen Aufbaukurs?

Natürlich hat er dann noch zwei weitere Bücher geschrieben, hat sich „weitergebildet“, zockt mit seinen zwei Firmen, die er in der Schweiz registriert hat, steuergünstig seine Fans ab und behauptet, dass er ein ganz Bescheidener sei.

Wie erwähnt: Die Masche verfängt. Bis Ende Jahr ist er mit Anfragen von Leuten ausgebucht, die erhoffen, dass er Kontakt mit toten Familienangehörigen aufnehmen könne.

Nun, im besten Fall ist Voggi ein bekloppter Geisteskranker, der es nicht besser weiss. Im weniger guten Fall ist er ein ausgekochter Betrüger, der Verzweifelten die Kohle aus der Tasche zieht.

So oder so: Klopft man alle seine Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Substanz ab, bleibt erstaunlich wenig übrig.

Der geflügelte wässrige René

Posted in Uncategorized by anatomin on 21. Mai 2009

Esoterik ist die Kunst, vielen Menschen sehr viel Geld aus dem Sack zu ziehen.

Die hohe Kunst ist es, ihnen dabei das Gefühl zu geben, das sei einem unangenehm.

Ein Meister im Fach des gehobenen Schwurbulantentums, mit dem sich jeder idiotische Unsinn verkaufen lässt, wird hier kurz vorgestellt. Er nennt sich Sahani-Hanahus-aa. Manchmal auch René Aleesias. Oder, ganz profan: René Benninger.

Er wohnt in der Schweiz. Das erstaunt heute kaum jemanden, zahlen dort die Krankenkassen doch bereits jeden erdenklichen Eso-Klimbim. Und die Knete, die von diesen Heilsversprechern abgezockt wird, muss ja schließlich auch so krisensicher als möglich auf die hohe Kante gelegt werden.

Zurück zu René: Er ist Altruist. Wirklich. Für seine Dienstleistungen und Produkte verlangt er nicht viel mehr als einen Energieausgleich. Der Haken dabei: Auf seiner Homepage tut er kund, wie ein solcher Energieausgleich aussieht. „Für meine Arbeit mit dem informierten Wasser verrechne ich aus der Sicht des Dienstes an der Menschheit und dem Leben (Bewusstsein) auf Erden den Ener­gieausgleich (inkl. den Materialkosten).“

Und dann kommt der Satz, der von ihm entweder total falsch formuliert wurde oder aber versehentlich die Wahrheit meint:

„Geld soll für uns Menschen in ein anders Licht rücken.“

Damit sagt er: Geld soll den Menschen in ein anderes Licht rücken. Oder, kürzer: René geht es ums Geld. Um nix anderes. Danke, René, für diese Offenheit.

Aber dann schwurbelt er weiter: „Geld ist Energie und ein Tauschmittel, das genau so seinen Stellenwert hat, wie alles anderes auch hier auf Erden. Jeder Energieaustausch ist ein Geben und Nehmen. Wer damit im Einklang und ohne Bewertung ist, zieht auch für sich selber die Fülle in sein Leben, die einem jeden von uns gebührt, da alles dem universellen Recht auf Freude entspricht.“

Hat das jemand verstanden? Ich nicht. Nur, dass er meine Knete will.

Und was bekomme ich dafür? Eigentlich eine abgespeckte Bioresonanztherapie: „Meine Methode der Neutralisierung und zugleich Harmonisierung und Energetisierung beruht auf Resonanz. Schwingungen lassen sich übertragen und die übertragende Schwingung hebt die vorhandene störende auf und gibt durch einen neuen Impuls eine neue Schwingung ab, die in sich höher vibriert. Die neu abgegebene und aufgenommene Schwingung lässt die Umgebung, den Raum und alles, was sich darin aufhält neu resonieren und im „Licht erstrahlen“.“

Ron L. Hubbard hätte das nicht besser formulieren können. Man behauptet einfach mal etwas, das sich nicht beweisen lässt, guckt mit indischer Hintergrundmusik und weit aufgerissenen Augen den Heilsuchenden in die Augen und kassiert dick Geld ein für Unsinn.

Ansonsten weiss der gute René nicht so genau, was er will.pic Da salbadert er, dass wir Menschen kurz davor seien, „ins Meer und in die Weite der Ozeane einzutauchen.“ Und was trägt er auf seinem Rücken? Ein Engel-Tattoo. Oder ist es ein Schwimmengel? Ein Flügelfisch gar? Ein Flossenengel?

Und wieso geht René nicht ins Wasser, statt die Menschheit mit seinem Unsinn zu malträtieren?

Hier nur mal ein paar Muster:

„Magnified Healing ist eine Energie und zugleich eine energetische Behandlungsmethode aus der 5. Dimension und noch höher.“

Fünfte Dimension? Das ist Eso-Talk und heisst: Nichts. Länge, Breite, Höhe als Dimensionen – okay. Zeit – ebenfalls okay. Aber die fünfte Dimension? Und: Gibt es dort, wo die her kommt, noch mehr? Eine sechste? Eine Achte gar? Und wenn ich aussuchen darf: Die Siebentausendneunhunderzweiundzwanzigste wäre dann meine. Aber in der Eso-Szene lügt man um des Geldes Willen gerne von einer fünften Dimension, legt in ihrem Namen je nach Gusto den Weltuntergang fest oder den Übergang in eine neue Zeit oder was einem sonst noch in den Un-Sinn kommt.

Doch zurück zu unserem lieben René. Er kennt auch andere Dimensionen: „Kwan Yin, die aufgestiegene Meisterin der Gnade, des Mitgefühls und der Barmherzigkeit, lenkt diese Energie direkt zu uns und somit auf die Ebene der 3. Dimension. […]“ Was meint René jetzt? Dass wir Energie jetzt in Länge, Breite und Höhe einteilen können? Und dies alles dank Kwan Yin? Wer ist die Tante überhaupt? Und spricht sie regelmäßig mit René? Hört er Stimmen? Ist er Uriellas Wiedergänger?

Aber er hat für uns sogar Naturwunder im unergründlichen Fundus seines Schwachsinnes entwickelt: „Resonanz ist Eigenschwingung und diese wirkt sich direkt sowohl auf die biologische wie die elektromagnetische DNS aus.“ Aha. Elektromagnetische DNS. Im Sinne der Abzockerei wird sogar die Wissenschaft neu erfunden.

Aber wer braucht Wissenschaft, wenn er René hat: „Ist eine Blockade vorhanden, kann Energie nicht mehr ungehindert fliessen. Um diesen Fluss wieder in Gang zu bringen, kann direkt mit Hilfe von Resonanzmitteln ein Licht-Impuls eingeleitet werden, welcher die notwendige Veränderung im Energiebereich auslöst und es zu Entstauungen führen kann. […] Aus den höchsten Sphären übermittle ich als Kanal die Qualitäten der 12 Schöpfer­strahlen direkt in Wasser, um damit mein sogenanntes Farb-Licht-Wasser «herzustel­len». Daraus entsteht ein informiertes Wasser, welches die Potentiale des kosmischen Lichts in sich trägt, um allen hier auf Erden zu dienen und uns im Lichtkörperprozess unterstützt.“

Ist es nicht gut zu Wissen, dass René eigentlich ein Übermensch ist, ein Engel, der eigentlich Tauchen will? Im Namen der Esoterik muss man kreativ sein. Die einen verkaufen einem Fäkalien als energietragendes Heilwasser, die anderen Hyperventilation als Weg ins göttliche Licht, und René greift sich ein paar „Schöpferstrahlen“ aus der Engel-Hokus-Pokus-Kiste, mischt sie mit Bioresonanztherapie, sieht sich wie Uriella als Abwasser-Kanal des Göttlichen und findet mit dieser Erfindung offensichtlich genug Dumme, die ihm ihr Geld nachwerfen.

Bravo, René, in der Liste der kreativen Abzocker erhältst Du von uns drei von fünf Pokalen!